03.01.2008
Familienleistungsausgleich: Kindergeld für volljährige Kinder während einer Erkrankung
Kinder können auch während einer Erkrankung berücksichtigt werden. Zum Fortbestehen des Kindergeldanspruchs bedarf es jedoch der Vorlage eines amtsärztlichen Attests. Das BZSt informiert über Einzelheiten.
Ein Kind kann auch dann berücksichtigt werden, wenn es 
  • ohne Arbeitsplatz ist und wegen einer Erkrankung nicht bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend gemeldet ist,
  • ohne Ausbildungsplatz ist und wegen einer Erkrankung seine Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen konnte, oder
  • infolge der Erkrankung seine Berufsausbildung unterbrechen muss.
In den vorstehenden Fällen bedarf es zum Fortbestehen des Kindergeldanspruchs der Vorlage eines amtsärztlichen Attests. Die Familienkasse entscheidet aufgrund der Vorlage des Attests, ob das Kind weiterhin kindergeldrechtlich berücksichtigt werden kann.

Gesetzliche Verpflichtung der Gesundheitsämter
Aus gegebenem Anlass weist das BZSt darauf hin, dass die Gesundheitsbehörden, z.B. Gesundheitsämter, gesetzlich verpflichtet sind, auf Verlangen eines Steuerpflichtigen die für die steuerlichen Zwecke erforderlichen Atteste oder Bescheinigungen auszustellen. Dies geht aus § 64 der Einkommensteuer-Durchführungsverordndung (EStDV) hervor. Zu den steuerlichen Zwecken gehört auch die Entscheidung über das Bestehen oder Nichtbestehen eines Kindergeldanspruchs.

Kindergeldberechtigte müssen die Beweisurkunden vorlegen
Im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten sind die Kindergeldberechtigten verpflichtet, auf Verlangen der Familienkasse Beweisurkunden vorzulegen, die zur Aufklärung entscheidungserheblicher Tatsachen dienlich sind. Im Kindergeldverfahren ist die Ausfertigung von Beweisurkunden nicht kostenfrei gestellt. Aus diesem Grund kommt eine Übernahme der durch die Erstellung eines amtsärztlichen Attests entstehenden Kosten durch die Familienkasse nicht in Betracht. Die Familienkassen sind nicht befugt, Amtsärzte oder Gesundheitsbehörden selbst zu beauftragen, Die entsprechenden Nachweis sind stets vom Berechtigten auf dessen Kosten beim Amtsarzt anzufordern.

Quelle: Haufe





<- Zurück zu: Steuer-News